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Geschäftsadresse: überall und nirgends

Als „digitaler Nomade“ bist du mit kleinem Gepäck unterwegs. Dein Arbeitsplatz ist die ganze Welt, deine Arbeitszeit flexibel. Egal, wann und wo: Hauptsache ist, dass dein Notebook Strom und zumindest ab und an Internetzugang hat.
Veröffentlicht am 25.10.2019
Frau sitzt in einem Café am Laptop

Als „digitaler Nomade“ bist du mit kleinem Gepäck unterwegs. Dein Arbeitsplatz ist die ganze Welt, deine Arbeitszeit flexibel. Egal, wann und wo: Hauptsache ist, dass dein Notebook Strom und zumindest ab und an Internetzugang hat.

 

Es ist der klassische Aussteigergedanke, der dem digitalen Nomadentum zugrunde liegt: Man ist auf dem ganzen Globus unterwegs. Bleibt dort, wo es einem gefällt, und reist weiter, wann immer man Lust dazu hat. „On the Road“ – nur idealer Weise ohne die Bettel- und Hungerphasen.

 

Seinen Lebensunterhalt verdient man mit Kreativarbeit im weitesten Sinne: etwa als Texterin, als Grafiker, Programmiererin oder Social Media-Berater. Als Arbeitsplatz dienen die Strände Kaliforniens, die Kaffeehäuser Wiens oder die Coworking-Spaces in den Metropolen aller Kontinente. Telefonisch erreichbar sollte man sein – womit Skype, Hangout oder Zoom genau so gemeint sind –, und zumindest phasenweise mit einem stabilen Web-Zugang ausgestattet.

 

Versicherungsfragen klären

Wenn dir diese Vision gefällt, solltest du dich eher früher als später damit befassen: Solange du jung bist, kinderlos, und im Notfall kein Problem damit hast, auch einmal ein paar Nächte couchsurfend zu verbringen. Auch solltest du dich informieren was es bedeutet, selbständig tätig zu sein – nicht zuletzt, um über steuerliche Verpflichtungen in den verschiedenen Destinationen und daheim Bescheid zu wissen. Weiters sollten Vorkehrungen getroffen werden, um im Falle von Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten einen Versicherungsschutz zu haben.

 

Höchstwahrscheinlich wirst du mit deinen kreativen Leistungen mehrere verschiedene Auftraggeber bedienen. Die müssen nicht zwingend wissen, wie dein Leben aussieht. Wenn du zum Start eines Auftrags in San Francisco sitzt und am Ende, nach ein paar Wochen, in Toronto, besteht keine Verpflichtung, dieses Vorhaben offenzulegen. Nur solltest du für deine Kunden erreichbar sein, falls es Fragen zum Stand deiner Arbeit gibt oder sich das Briefing ändert.

 

Technologie, dein Freund und Helfer

Um als digitale Nomadin bzw. digitaler Nomade erfolgreich zu sein, ist also mehr noch als bei einer klassischen Selbständigkeit eine Portion Mut und ein gewisses Talent zum Projektmanagement nötig. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen dir und deinen Kunden wirst du wohl auch öfter als andere eine Nachtschicht einschieben müssen – oder zumindest mal einen sehr späten oder recht frühen Call einplanen.

 

Was deine Arbeitsmittel angeht, wird das Ganze zumindest immer einfacher: Notebooks haben längst die Ein-Kilo-Gewichtsgrenze unterschritten, Smartphones übertreffen teils die Leistungsfähigkeit von PCs, die noch vor ein paar Jahren als „Rennmaschine“ galten. Mit der Verbreitung der 5G-Netzwerke wird auch der kabellose Internetzugang vielfach einfacher und selbstverständlicher werden. In diesem Sinn: Gute Reise nach überall.