You are here

Als Unternehmensberater bei P3 – Business as unusual?

Glaubt man YouTube Ulknudel Harry G., haben alle Unternehmensberater in Sankt Gallen studiert und wurden quasi mit Seitenscheitel und Maßanzug geboren. Wir haben auf der schwäbischen Eisenbahn einen Berater gefunden, der zumindest auf den ersten Blick den Eindruck vermittelt, er könnte der glatte Gegenbeweis aller Vorurteile sein: Manuel ist 29, in Biberach geboren und verschweigt mit einem Grinsen seinen Abiturschnitt
Veröffentlicht am 21.02.2020
Manuel, Berater bei P3

Glaubt man YouTube Ulknudel Harry G., haben alle Unternehmensberater in Sankt Gallen studiert und wurden quasi mit Seitenscheitel und Maßanzug geboren. Wir haben auf der schwäbischen Eisenbahn einen Berater gefunden, der zumindest auf den ersten Blick den Eindruck vermittelt, er könnte der glatte Gegenbeweis aller Vorurteile sein: Manuel ist 29, in Biberach geboren und verschweigt mit einem Grinsen seinen Abiturschnitt (den man allerdings in seinem CV nachlesen kann).

Vorurteil #1: Unternehmensberater haben an einer Elite-Universität „irgendwas mit Management“ studiert

Das stimmt hier nicht ganz. Doch eins nach dem anderen. Nach dem Abitur geht es für Manuel zunächst wehrpflichtbedingt in den Osten der Republik. Die Grundausbildung als Sanitäter bei der Bundeswehr verbringt er in Leipzig bevor es ihn zum Heeresmusikkorps nach Ulm verschlägt. Auch wenn er schon immer Rhythmus im Blut hat und 2007 Bundessieger von "Jugend musiziert" im Schlagwerk wird, entscheidet er sich gegen ein Musikstudium und doch für „irgendwas mit Management“. Die Entscheidung fällt auf ein BWL Studium in München. Diese Sache mit der Musik lässt ihn irgendwie trotzdem nicht los und so startet er ein Praktikum als Audio Brand Consultant. „Wir waren damals zum Beispiel für musikalische In-Store-Beschallung und Musik in der Werbung zuständig. Für mich ist es unabdingbar, Musik und Marketing zu verbinden. Das Studium war dabei auf jeden Fall eine sinnvolle Grundlage.“ Nach dem Bachelor hat der kreative Kopf allerdings keine Lust mehr auf das Auswendiglernen und ändert seine inhaltlichen Schwerpunkte. Mit den Themen Supply Chain Management und Innovation geht es für den Master nach Bamberg. Dieser Fokus ist schließlich auch der ausschlaggebende Punkt für den Einstieg bei P3: 2017 startet er als Masterand im Themenfeld „Operations & Supply Chain“ und steigt anschließend direkt als Berater ein. „Ich habe von Anfang an viel Verantwortung für meine Projekte übernommen und eigenständig im In- und Ausland gearbeitet.“ Die Kombination aus Freiheit, Verantwortung und vertrautem Netzwerk hält ihn bis heute im Unternehmen.

Vorurteil #2: Das Delivery an den Kunden sind Management Slides mit Insights, die auf keinen Fall over-engineered sein dürfen

Eins vorab: Heute spricht Manuel u.a. fließend hochdeutsch, fließend schwäbisch und fließend Beraterdeutsch. „Auch wenn ich ein schwäbisches Dorfkind bin, verstehen mich meine Kunden. Faszinierend ist allerdings, dass man als Berater Abkürzungen übernimmt, von denen man irgendwann nicht mehr genau weiß, was sie bedeuten.“ Was das „Delivery“ (also die Projektinhalte) angeht, gilt sein Steckenpferd Lieferantenmanagement eigentlich eher als trockenes Thema. „Was ich an der Arbeitsweise bei P3 besonders schätze, ist, dass man immer wieder auch durch kreative und andersartige Ansätze Lösungen für den Kunden erarbeitet. Das Ganze läuft hier einfach nicht nach einem festgelegten Schema, sondern wir Berater machen jedes Kundenproblem zu unserem Projekt. In einem Moment organisierst du Toilettenpapier aus dem Lager und am nächsten Tag erstellst du Vorstandsfolien. Kein Scherz.“

Vorurteil #3: Berater fahren mit ihrem Porsche Cabriolet von Tiefgarage zu Tiefgarage und speisen ausschließlich geliefertes Essen „auf Expenses“

Ein Blick in Manuels Brieftasche verrät Sixt Platin Status. Natürlich ist er auch Diamond Select Member für Hotels. Das viele Reisen ist demnach auf jeden Fall ein Vorurteil, das zutrifft. „Es ist nicht so, dass soziale Kontakte komplett unter der Arbeit leiden, aber es ist schon anders als ein klassischer 9-to-5-Job. Ich arbeite viel und lange, aber der freundschaftliche Kontakt zu meinen Kunden und Kollegen ist wirklich einmalig.“ Gerade die Tatsache, dass er nach eigener Aussage eher in Warnweste als im Anzug unterwegs ist, hilft enorm, nicht als Bedrohung, sondern als Unterstützung wahrgenommen zu werden. „Viele sind dankbar für meine Hilfe, auch wenn vielleicht nicht sofort alle Entscheidungen nachvollziehbar sind. Ich rede einfach mit jedem gleich – vom Produktionsarbeiter bis zum Werksleiter.“

Unterm Strich steckt also in jedem Vorurteil über Unternehmensberater ein kleiner Funke Wahrheit. „Ich glaube, es kommt sehr darauf an, wie man diesen Job lebt. Bei P3 habe ich einfach alle Freiheiten und das macht mich erfolgreich in meinem Projekt“, fasst Manuel zusammen. Hier ist schließlich jeder Unternehmer im Unternehmen – ganz nach dem Motto „Business as unusual“.