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Konfliktlösung als Alltagserfahrung

Konflikte am Arbeitsplatz gehören unweigerlich dazu. Erfahre in diesem Artikel, wie du Konflikte am Arbeitsplatz mit deinen Kollegen löst und vorbeugst.
Veröffentlicht am 25.01.2020
Fokussiere nicht auf das Problem, sondern auf die Lösung

Konfliktlösung als Alltagserfahrung
Es soll ja Leute geben, die brauchen das: Ein Gegenüber, an dem sie sich im Alltag emotional abarbeiten können.

Im Nachhinein ist man meist klüger. Da heißt es dann über zwei Streithähne: „Die beiden waren von Anfang an verschiedener Ansicht, was die Projekt-Ziele angeht.“ – „Sie haben völlig unterschiedliche Arbeitsweisen.“ – Oder schlicht: „Die konnten einander nicht riechen.“ Und es ist ja kein Wunder, dass im Berufsleben auch mal Menschen zusammenkommen, die einfach nicht „miteinander können“. Da sind dann Meinungsverschiedenheiten quasi vorprogrammiert. Umso mehr, wenn Zeitmangel und Leistungsdruck mit im Spiel sind.

Im Normalfall läuft so ein Konflikt zivilisiert ab, wenngleich er vielleicht auch einmal mit der Entscheidung eines Vorgesetzten zu lösen ist. Falls einer dabei verbal übers Ziel hinausgeschossen ist, wird es eine Entschuldigung geben. Kommt es aber zwischen einzelnen Personen immer wieder zu Querelen, oder scharen sich gar mehrere Mitarbeitende immer wieder gegen einen aus der Belegschaft zusammen, dann hat sich ein Konflikt bereits manifestiert.

Streit ist normal – Rassismus und Homophobie nicht

So eine Mobbingsituation ist eindeutig als Grenzüberschreitung zu bezeichnen, und wird gemeinhin auch als psychische Gewalt gewertet. Keinesfalls zu dulden sind verbale Attacken jeder Art. Ganz egal, ob sie „nur“ eine Obszönität umfassen, oder rassistisch, sexistisch bzw. homophob motiviert sind. Hilfe sollte, wenn nicht von den „einfachen“ Kolleginnen und Kollegen, dann zumindest von Vorgesetzten oder Betriebsräten kommen.

Den Opfern solcher Verbalinjurien muss klar vermittelt werden, dass sie in ihrer Situation ernst genommen werden. Der oder die Attackierende wiederum muss streng dazu angehalten werden, sich zu erklären: Worin begründet sich die Feindseligkeit gegen das Opfer? Spielen persönliche Befindlichkeiten – Stress in Arbeit und Privatleben – eine Rolle? Und geht es am Ende vielleicht gar nicht wirklich um die angegriffene Person?

Konfliktpotenzial frühzeitig benennen

Eine Entschuldigung muss jedenfalls drin sein. Und dass es eine solche gab, muss auch die Belegschaft erfahren. Je nach Schwere des Angriffs und in Abhängigkeit des Zustands, in dem sich das Opfer befindet, kann aber eine weitere Zusammenarbeit durchaus möglich sein. Um für Deeskalation zu sorgen und um die Schaffung einer neuen, gemeinsamen Basis zu ermöglichen, empfiehlt sich ein Mediationsverfahrung unter professioneller, externer Leitung. Die grundsätzliche Fehlereinsicht auf Täterseite vorausgesetzt, kann die Konfliktlösung so gelingen. 

Wenn du selbst das Gefühl hast, Aggressionen gegenüber Kolleginnen und Kollegen nur mehr schwer zurück halten zu können, solltest du jedenfalls Unterstützung suchen: Besprich deine Gefühle – und deren Ursache – mit Vorgesetzten, bitte um professionelle Unterstützung. Sicher ist: Es ist nie zu früh, um Probleme aufzuzeigen – aber es kann mitunter plötzlich zu spät dafür sein. 

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